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Gott ist treu – selbst wenn wir es nicht sind


nach einer Predigt von David Wilkerson, 22. Januar 1996

(Anmerkung: Dass wir hier diese Predigt auf unsere Webseite stellen bedeutet nicht, dass wir mit allen Lehrinhalten übereinstimmen, die David Wilkerson vertreten hat und/oder die teilweise in dieser Predigt angedeutet werden. Hier geht es uns lediglich um das Hauptthema – nämlich dass Gott treu ist, selbst dann, wenn wir es nicht immer waren.)

Abraham ist der Gemeinde als ein Mann des Glaubens bekannt. Die Bibel präsentiert ihn uns in der Tat als ein Beispiel des Glaubens:
"Gleichwie Abraham Gott geglaubt hat und es ihm zur Gerechtigkeit angerechnet wurde…" (Galater 3:6). "So werden nun die, welche aus Glauben sind, gesegnet mit dem gläubigen Abraham." (Vers 9).

Gott war Abram (wie er damals noch genannt wurde) erschienen und hatte zu ihm gesagt:
"Fürchte dich nicht, Abram, ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn!" (1. Mose 15:1). Der Herr hatte Abram auch versprochen, er werde "... in Frieden zu seinen Vätern eingehen und in gutem Alter begraben werden." (Vers 15). Zudem hatte Gott Folgendes geschworen: "Ich will alle segnen, die dich segnen, und alle verfluchen, die dich verfluchen." (12:3).

Das sind ein paar ganz gewaltige Verheißungen - Schutz, ein langes Leben, himmlisches Eingreifen. Und all diese Dinge hatte Gott Abram höchstpersönlich mitgeteilt!

Die Bibel bezeugt, dass Abram
"dem Herrn glaubte, und das rechnete Er ihm als Gerechtigkeit an." (15:6). Es heißt auch, Abram sei “ein Freund Gottes” gewesen.

Hier war ein frommer, gläubiger Diener Gottes – ein Mann, den der Herr höchstpersönlich heimgesucht und ihm persönlichen Schutz und ein langes Leben ohne Furcht vor Unheil versprochen hatte. Und Abram glaubte Gott. Er vertraute darauf, dass der Herr ihn schützen und von allen Gefahren abschirmen würde.

Sie kennen sicher Abrams Geschichte, wie sie sich danach zutrug. Er verließ auf Gottes Anordnung hin sein Land – vollkommen im Glauben. Gott sagte zu ihm: "Jeder Ort, auf den deine Fußsohle tritt, soll dir gehören."

Nun, Abram führte ein friedliches Leben auf einem Berg zwischen Bethel und Ai als es im Land zu einer Hungersnot kam. Scheinbar hatte er jede Menge Vieh und brauchte Weideplätze und Wasser um es zu ernähren. Also beschloss er, seine Zelte abzubrechen und umzuziehen:
"Und Abram zog nach Ägypten hinab, um sich dort aufzuhalten [um dort eine Weile zu leben]..." (12:10).

Das war der erste Fehler, den Abram machte. Er hätte nie das Land verlassen sollen, in das Gott ihn gesandt hatte. Als Abram das Verheißene Land verließ, war er etwa 70 Jahre alt und seine Frau Sarai war etwa 60. Als sie im heidnischen Ägypten ankamen, betrachtete Abram seine hübsche Frau und bat sie, sich auf eine gemeinsame Ausrede zu einigen:

"Ich weiß, dass du eine Frau von schöner Gestalt bist. Wenn dich nun die Ägypter sehen, so werden sie sagen: Das ist seine Frau! Und sie werden mich töten und dich leben lassen. So sage doch, du bist meine Schwester, damit es mir um deinetwillen gut geht und meine Seele am Leben bleibt um deinetwillen!" (Verse 11-13).

Abram sagte: "Wenn wir nach Ägypten kommen werden die Männer dort sehen, wie schön du bist – und sie werden dich begehren und versuchen, mich zu töten! Bitte erzähle doch allen, du wärest meine Schwester. Ich lege mein Leben in deine Hände!"
Das war eine Halbwahrheit. Abram und Sarai hatten denselben Vater, jedoch unterschiedliche Mütter, also war Sarai seine Halbschwester. Sie würden nur eine „halbe Lüge“ erzählen – alles, um Abrams Haut zu retten!

Hier haben wir einen Mann, der uns als der Vater des Glaubens bekannt ist. Gott war ihm erschienen und hatte ihm seinen Schutz versprochen. Doch plötzlich nahm er den Herrn nicht länger beim Wort! Abram wusste, dass Ägypten ein Ort der Lust, des Götzendienstes und der Verwirrung war – doch er war bereit, dorthin zu gehen und seine Familie einem extremen Risiko auszusetzen.

Und tatsächlich – als sie nach Ägypten kamen, verbreitete sich die Kunde über Sarais große Schönheit. Jeder Fürst und Führer im Umkreis erfuhr von ihr. Abram spürte das, daher erinnerte er Sarai: "Vergiss’ nicht, wir haben eine Abmachung. Du bist meine Schwester. Mein Leben liegt in deinen Händen!"

Das war absolute Feigheit – ein absoluter Mangel an Glauben! Abram überließ sein Leben dem Schutz seiner Frau, nicht dem Schutz Gottes, sondern seiner eigenen, menschlichen Strategie. Was für eine schändliche, feige Tat! Dieser große Mann des Glaubens war bereit, sich seine Frau wegnehmen und sie in einen heidnischen Harem bringen zu lassen, wo sie von verdorbenen Herrschern geschändet werden könnte.

Und der Pharao nahm sie zu sich. In der Bibel heißt es:
"Und als die Fürsten des Pharao sie sahen, priesen sie sie vor dem Pharao. Da wurde die Frau in das Haus des Pharao gebracht. Und es ging Abram gut um ihretwillen; und er bekam Schafe, Rinder und Esel, Knechte und Mägde, Eselinnen und Kamele." (Verse 15-16).

Ist Ihnen klar, was hier passierte? Der verheißene Same sollte durch Sarai kommen – und hier hätte sie von heidnischen Männern geschändet und verunreinigt werden können!

Beide sollten sich dafür schämen, sich auf diese Ausrede geeinigt zu haben! Es gab keine Entschuldigung für Abrams Verhalten. Können Sie sich vorstellen, dass irgendein gottesfürchtiger Mann seine Frau in die Hände eines heidnischen Schurken geben würde? Ich frage mich nur, was durch Sarais Kopf gegangen sein mag als sie ihrem Ehemann weggenommen wurde.

Doch der Pharao gab Abram eine gewaltige Mitgift für Sarai und überschüttete ihn mit allen möglichen Segnungen - Schafe, Ochsen, Esel, Kamele, Dienstboten. Abram wurde über Nacht reich. Doch ich frage mich, ob er in dieser Nacht überhaupt schlafen konnte! Man sollte hoffen, dass er seine Nächte auf seinem Angesicht vor Gott verbracht und seine Feigheit sowie seinen Mangel an Glauben beklagt hat. Wie konnte er schlafen wenn er wusste, dass seine Frau sich in den Händen eines Heiden befand? Sie hätte geschändet werden können – was den Samen der Verheißung Gottes verdorben hätte.

Ich frage Sie – Wie konnte solch ein Mann des Glaubens das geschehen lassen? Hatte Abram Gottes Verheißungen komplett vergessen? Warum hat er nicht erkannt: „Sie können mich nicht töten. Gott hat gesagt, ich werde erst im reifen, hohen Alter sterben. Er hat versprochen, mein Schutzschild zu sein!"

Die Wahrheit ist: Abram befand sich überhaupt nicht in Gefahr!

Hätte Abram Gott vertraut – wäre er mutig aufgestanden und hätte gesagt "Das ist meine Ehefrau. Hände weg!" – dann hätte Gott ihn geehrt. Der Herr hätte sowohl ihn als auch Sarai geschützt.

"Wenn wir untreu sind, so bleibt er doch treu; er kann sich selbst nicht verleugnen." (2. Timotheus 2:13). Im griechischen Urtext lautet dieser Vers tatsächlich: "Wenn wir treulos sind, bleibt er trotzdem treu...."

Wenn Sie an jenem Tag dabei gewesen wären, hätten Sie wahrscheinlich zu Abram gesagt: "Abram, du bist wirklich verkorkst! Du sollst ein Mann des Glaubens sein. Gott ist dir persönlich erschienen und hat dir all seine Verheißungen gegeben. Doch nun hast du es komplett vermasselt. Du hast deine liebe Frau manipuliert und misshandelt. Du hast gegen das Licht gesündigt, Abram. Du bist der Segnungen nicht würdig, die Gott dir verheißen hat. Du bist geliefert!“

Nein! Das ist nie Gottes Einstellung gegenüber Abram gewesen. Gott ist treu – selbst wenn wir es nicht sind! In dem Moment, in dem Abram sein Leben dem Herrn weihte, hatte Gott einen Plan für ihn. Und Gott würde nicht zulassen, dass irgendwelche aktuellen Umstände oder irgendein Versagen seine ewige Absicht für Abrams Leben stoppen würden.

Der Herr hatte ihm versprochen:
"Ich bin dein Schild!" Und nun schritt Gott ein um sein Versprechen einzulösen: Er schlug das gesamte Haus des Pharao mit einer Plage! Ich glaube, die Krankheit, die er ihnen schickte, machte es jedem Mann unmöglich, Sarai auch nur zu berühren. Gott verschloss jeden Mutterleib indem er jeden Mann aus dem Rennen nahm. Der Pharao rührte Sarai nicht an!

So schirmte Gott Abram und seine Frau ab. Nun war es keinem Heiden in Ägypten mehr möglich, zu sagen: "Der Same war verdorben!" Nein – Gott war treu, selbst als seine Kinder es nicht waren!

Irgendwie erkannte der Pharao was passiert war. Wir wissen nicht, ob entweder Sarai ihm die Halbwahrheit bekannte oder ob der Herr sie ihm offenbarte. Doch als er herausfand, dass sie verheiratet war, wies der Pharao Abram zurecht und sagte:
"Warum hast du gesagt: »Sie ist meine Schwester«, so dass ich sie mir zur Frau nehmen wollte? Und nun siehe, da ist deine Frau; nimm’ sie und geh!" (1. Mose 12:20).

Gottes Plan für Abram lief ununterbrochen weiter. Er wurde nicht durch Abrams Mangel an Glauben vereitelt, obwohl er Gott auf der ganzen Linie enttäuscht hatte. Gleichermaßen können auch wir nicht stoppen, was Gott für unser Leben beschlossen hat wenn wir einfach unser Leben in seine Hände legen. Er ist treu bezüglich seiner Absichten für unser Leben – selbst wenn wir es nicht sind!
24 Jahre später zog Abraham (wie er mittlerweile hieß) nach Süden und schlug seine Zelte zwischen Kadesch und Schur auf und ließ sich in Gerar nieder. Wieder musste er scheinbar fortziehen um seine riesigen Viehherden mit Futter und Wasser zu versorgen.

Abraham war mittlerweile 99 Jahre alt und Sarah (wie sie inzwischen genannt wurde) war fast 90. Über die Jahre hatte Abraham Gottes Treue in jedem Bereich seines Lebens erfahren. Er hatte die Könige besiegt, die in Sodom eingedrungen waren. Er hatte Lot und seine Familie gerettet. Er war Melchisedek begegnet, dem König von Salem. Und seine Magd Hagar hatte ihm einen Sohn namens Ismael geboren.

Sollte man nicht meinen, dass Abraham innerhalb dieser 24 Jahre gelernt hatte, dem Herrn voll und ganz zu vertrauen? Er hatte so viele weitere Jahre die Kraft Gottes in seinem Leben am Werk gesehen und seine Führung und sein Eingreifen in allen möglichen Situationen erfahren.

Doch in Gerar geschah etwas ganz Ähnliches wie 24 Jahre zuvor. König Abimelech, der über das Land regierte, hatte ein Auge auf Sarah geworfen und wollte sie für seinen Harem! (Das muss eine umwerfende Frau gewesen sein. Ich möchte wissen, was für eine Art von Seife Sarah benutzt hat, wie sie sich ernährt und welche Fitnessübungen sie gemacht hat – um mit 90 Jahren noch derart begehrt zu sein. Wohin sie auch ging, der Ruf ihrer Schönheit eilte ihr voraus – so sehr, dass Könige nach ihr schicken ließen!)
Was tat Abraham nun? Er ging zu Sarah und sagte: "Ich bitte dich noch einmal um deine Hilfe. Du musst sagen, dass du meine Schwester bist. Sarah, mein Leben liegt in deinen Händen!"

Ist das zu glauben? Er war immer noch ein Feigling, selbst nach 24 weiteren Jahren!
"Da ließ Abimelech, der König von Gerar, Sarah holen." (1. Mose 20:2). Sarah ging in einen weiteren heidnischen Harem – doch Gottes Same war noch immer nicht geboren. Erneut brachte Abraham seine Frau, seine gesamte Familie und die Zukunft Israels in Gefahr.

Wenn Sie Zeuge dieser Begebenheit geworden wären, hätten Sie sich zweifellos gefragt: "Was ist das nur für ein Mann? Soll er wirklich ein Beispiel des Glaubens sein, das Abbild eines Mannes, der Gott vertraut? Er erzählt ja geradeheraus Lügen!“

Doch was war Gottes Reaktion? Er verfuhr mit Abraham nicht so, wie wir es getan hätten. Er sagte nicht: "Jetzt hast du es aber wirklich übertrieben! Ich habe dich bereits einmal aus einem solchen Schlamassel gerettet, doch nun bist du geradewegs zu deinen alten Kompromissen zurück gelaufen. Wirst du jemals geistlich erwachsen werden, Abraham? Jetzt werde ich dich züchtigen müssen. Du musst verstehen, wie sehr du mich betrübt und enttäuscht und mir misstraut hast. Ich werde nun beiseite treten und dich die Konsequenzen tragen lassen. Nun wirst du ernten was du gesät hast!"

Nein - niemals!
"Wenn wir untreu sind, so bleibt er doch treu." (2. Timotheus 2:13). Gott hat Abraham nicht gescholten oder ihn seinem Schicksal überlassen. Im Gegenteil: Gottes Plan für Abraham ging ungehindert weiter – und das völlig termingerecht!

Der Herr tat dasselbe mit Abimelech, was er 24 Jahre zuvor mit dem Pharao gemacht hatte. Er verschloss jeden Mutterleib! Niemand konnte Sarah auch nur anrühren. Gott sagte zu Abimelech:
"Ich habe dich bewahrt, dass du nicht gegen mich sündigst, und darum habe ich es dir nicht gestattet, dass du sie berührst." (1. Mose 20:6).

Das ist ein Bild von Gottes beschützender Hand!

Gott hielt Abimelech davon zurück, in seiner Dummheit Gottes Absichten zu durchkreuzen. Er bewahrte Abimelech davor, zu sündigen!

Ich weiß einiges über die beschützende Hand des Herrn. Wenn ich über die Jahre meines Weges mit Gott zurückschaue, erkenne ich, dass ich heute nicht mehr hier wäre wenn er nicht seine beschützende Hand über mich gehalten hätte. Er lässt seine Kinder nur bis zu einer gewissen Grenze gehen – aber nicht weiter!

Ich erinnere mich an schreckliche Zeiten der Entmutigung in meinen frühen Jahren des Dienstes. So manches Mal fühlte ich mich überwältigt von der ganzen finanziellen Verantwortung. Oft empfand ich mich als Ehemann und Vater wie ein Versager. Ich rutschte so tief ab, dass ich dachte, mein Glaube würde komplett zerbrechen.

Bei ein paar Gelegenheiten war ich davon überzeugt, dass es keinen Zweck mehr hatte, weiterzumachen. Ich habe nie über Selbstmord nachgedacht oder in Erwägung gezogen, den Herrn vollkommen aufzugeben. Doch ich war die ganzen Verpflichtungen leid. Ich war es müde, nicht zu verstehen, weshalb mein Leben mit so vielen Problemen gepflastert war. Während dieser Zeiten ging ich zur Bank, hob ein wenig Geld ab, sprang in mein Auto und fuhr weg. Ich dachte: „Das war’s. Ich habe die Nase voll! Ich werde einfach verschwinden. Gott wird sich um meine Familie und diesen Dienst kümmern müssen. Ich kann es nicht mehr ertragen!"
In einer speziellen derartigen Phase fuhr ich so vor mich hin und war schon auf dem halben Weg von Dallas nach Mexiko. Doch Gott saß auf dem Rücksitz. Er sagte freundlich: "David, wohin fährst du?"

Wie Jona antwortete ich: "Ich habe genug, Herr. Ich kann es nicht mehr ertragen! Ich gehe nach Mexiko. Dort kennt mich niemand und ich kann frei Zeugnis von dir ablegen, ohne diese ganzen Verpflichtungen. Ich laufe nicht vor dir weg, Herr. Du weißt, ich liebe dich. Ich laufe auch nicht vor meiner Familie davon. Ich liebe sie auch. Ich denke einfach nur, dass ich nicht der Mann Gottes bin, der ich sein sollte."

Der Herr sagte: "Wende das Auto jetzt, David, bevor du eine Dummheit machst.“ Doch ich fuhr weiter. Dann hörte ich plötzlich seine Stimme deutlich sagen: „Nun, David – letzte Chance zum Wenden! Wenn du noch fünf Kilometer weiter fährst, bist du auf dich allein gestellt!"

Die Furcht des Herrn erfasste mich – und rüttelte mich auf! Ich habe nie gewollt, dass Gott seinen Geist von mir nimmt. Und diese Warnung war seine beschützende Hand, die mich zurückhielt!

Wie oft haben Sie an der Schwelle gestanden und hätten um ein Haar einen dummen, schrecklichen Fehler gemacht? Doch dann kam Gottes beschützender Geist über Sie und sagte: "Moment mal – hör’ sofort damit auf!" Selbst wenn wir untreu sind, bleibt Gott treu. Er kommt um uns zurückzuhalten und uns davor zu bewahren, Dummheiten zu begehen!

Was ist mit Davids Untreue?

Als Samuel David zum nächsten König Israels salbte, wurde dem jungen Mann ein neues Herz geschenkt:
"Da nahm Samuel das Ölhorn und salbte David mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des Herrn kam über David von diesem Tag an und weiterhin." (1. Samuel 16:13).

David wurde ein frommer, weiser, geliebter Mann, erfüllt von der Furcht Gottes:
"Und David hatte auf allen seinen Wegen Gelingen, und der Herr war mit ihm." (18:14).

Er war ein Mann, der viel betete. Er lobte und pries den Herrn wie es nur wenige Menschen je getan haben und erfreute das Herz Gottes mit seinen Liedern und Psalmen. Niemand hätte eine intimere Beziehung mit dem Herrn haben können als David.
David war auch ein Mann großen Glaubens. Er ging hin und schlug Goliath und wurde ein mächtiger Krieger für Saul. Die Frauen sangen über seine Leistungen auf dem Schlachtfeld. Gottes Geist ruhte eindeutig auf diesem Mann und der Herr hatte offenbar einen Plan für sein Leben.

Doch dann verfolgte Saul David mit Zorn und David musste fliehen. Er rannte um sein Leben und versteckte sich in Höhlen. Nach einer Weile wurde er des Kampfes einfach müde. Er war es satt, ständig davonzulaufen und konnte den Zustand einfach nicht mehr ertragen. Er muss gedacht haben: "Wenn ich für den Herrn so etwas Besonderes bin – wenn ich sein gesalbter, auserwählter Mann der Stunde bin, warum habe ich dann so immense Schwierigkeiten? Warum sind so viele gegen mich?"

Also nahm David 400 seiner Männer und floh nach Gat – ausgerechnet der Heimatstadt des Riesen Goliath, den er geschlagen hatte. Wenn das nicht eine treulose Aktion war! David hatte den Herrn dazu nicht zuvor befragt. Ganz im Gegenteil – er hatte beschlossen, sein Leben in die Hände von König Achis von Gat zu legen und bei ihm Zuflucht zu suchen.

Doch in Gat erhob sich Feindseligkeit gegen David. Jeder flüsterte: "Ist das nicht der Mann, von dem die Leute singen? Hat er nicht Tausende von Philistern getötet? Das ist derjenige, der unseren Riesen umgebracht hat!"

David wurde gefangen genommen und vor den König gebracht. Er wusste, dass er ein Problem hatte und in der Falle saß – also schauspielerte er und gab vor, er sei von Sinnen! Er gab sich als Geistesgestörter, gebärdete sich wie wild, kratzte an den Wänden und ließ Speichel seinen Bart hinunter laufen. Er hoffte, dass sein „Irrsinn“ ihn irgendwie aus den Fängen von König Achis befreien würde.

Doch was für ein armseliges Zeugnis das vor all seinen Männern war! König Achis schaute einfach nur auf David und sagte: "Weshalb hat ihr mir einen Verrückten gebracht? Dieser Mann hat seinen Verstand verloren. Bringt ihn weg von hier!"
Nun, was wäre gewesen, wenn wir Augenzeugen dieser Szene geworden wären? Wir hätten gesehen, wie dieser gottesfürchtige, fromme und freundliche Mann wie ein Wahnsinniger tobte und randalierte, sich im Gras wälzte, schrie und sich kratzte. Und wir hätten gesagt: "Du bist nicht der König von Israel. Du hast es vermasselt, David. Du hast dich zum Narren gemacht!"

In der Tat, David war in diesem Moment untreu. Doch Gott war immer noch treu! Er hatte David nicht abgeschrieben. Nein – während David den Wahnsinnigen mimte und sich närrisch benahm ging Gottes ewige Absicht für ihn weiter. Das Königreich von Saul wurde von Tag zu Tag schwächer. Gott brachte alles in Stellung um Davids Segen zu sichern!

Wenn Sie vor den Herrn getreten und die ganze Dummheit Davids vor ihm zur Sprache gebracht hätten, so glaube ich, dass Gott geantwortet hätte: "Ich habe David zum König gesalbt – und er wird der König sein! Ich kenne sein Herz. Er wird schnell Buße tun und zu mir zurück gerannt kommen, denn er hat ein zerknirschtes Herz! Er befindet sich nach wie vor in meiner Gunst und unter meinem Segen. Und mein Plan für ihn ist immer noch termingerecht!"

Vielleicht sind Sie auch – wie David – in Ihrem Leben durch eine Art „irrsinnige Periode“ gegangen. Sie fanden sich im absoluten Chaos wieder und sie haben aufgegeben und sich gesagt: „Ich kann das nicht mehr ertragen!" Sie haben auf Ihr Fleisch gehört und fleischlich gehandelt. Sie haben den Narren gespielt und sind Gott vorausgeeilt.

Am Ende waren sie zornig auf sich selbst. Sie waren von sich enttäuscht und haben sich geschämt. Sie haben gedacht: "Wie konnte ein vom Geist erfüllter Mensch wie ich nur so entsetzlich versagen und Gott so enttäuschen? Sicher habe ich seinen Segen jetzt verspielt. Ich habe mich so widerlich benommen und bin so manipulierend, unehrlich und untreu gewesen. Gott kann mich nicht mehr gebrauchen. Er steht bestimmt nicht mehr auf meiner Seite!"

Sie liegen so falsch! Gott wird nicht zulassen, dass irgendein aktuelles Problem, das Sie haben, seine Berufung, seinen Plan und seine Absicht für Ihr Leben über den Haufen werfen. Sie mögen aus der Spur gelaufen sein – aber Gottes Plan ist immer noch in der Spur. Er bewegt sich mit vollem Tempo voran!

Wann auch immer ich bete, habe ich mein so genanntes “Tränenhandtuch” greifbar. Manchmal bin ich unter einer so schweren Last, dass ich in dieses Handtuch weine bis keine Tränen mehr kommen wollen. Ich bete monatelang über bestimmte, überwältigende Anliegen – und dennoch bleiben meine Gebete manchmal unbeantwortet.

Bei einer Gelegenheit habe ich Bäche von Tränen geweint – und bin danach vom Gebet aufgestanden ohne jeden Frieden, ohne irgendein Gefühl, durchgedrungen zu sein. Ich habe dieses Handtuch zusammengeknüllt, es durch das Zimmer geschleudert und gerufen "Oh, Gott – ich habe ganze Bäche an Tränen geweint! Ich habe so lange gefleht und gebetet. Doch du antwortest nicht! Herr, was willst du von mir?"

Ich ging schweren Herzens davon. Und dennoch wurde in der darauf folgenden Woche ein Gebet nach dem anderen beantwortet!
Die ganze Zeit war ich aufgebracht gegen Gott gewesen und hatte gedacht, er hätte mich im Stich gelassen – dabei war er hinter den Kulissen die ganze Zeit am Werk gewesen um meine Gebete zu beantworten! Er bewegte die Herzen von Menschen und arrangierte Dinge und brachte so den Plan zustande, den er die ganze Zeit bereits im Sinn gehabt hatte.

Ich musste in Buße zu ihm zurück laufen und habe wie ein Baby über meine Untreue geweint. "Es tut mir Leid, Herr - vergib mir! Oh, hätte ich doch nur einen weiteren Tag durchgehalten!"

Ich war nicht treu gewesen in meinem Vertrauen – doch er blieb treu!

Was ist mit Petrus – dem Apostel, der seinen Herrn verleugnete?

Das war der Mann, der sagte, er würde Jesus niemals im Stich lassen. Doch Petrus hat ihn nicht nur verleugnet – sondern er tat es sogar noch mit einem ganzen Schwall von Schimpfworten!

Was wäre gewesen, wenn Sie Zeuge dieser Szene geworden wären? Sie hätten gedacht: "Ist das der Mann, der auf dem Berg der Verklärung war? Der Mann, der den Kranken die Hände aufgelegt hat und durch den sie geheilt wurden? Der Mann, dem die Schlüssel zum Königreich Gottes anvertraut wurden? Hört nur, welche Worte da aus seinem Mund kommen!“ Wie konnte dieser Mann so innig mit dem Herrn wandeln und bekennen: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes' – und dann derart aus der Rolle fallen, lügen, fluchen und den Herrn verleugnen? Nun ist für Petrus alles gelaufen. Er könnte genauso gut wieder zu seinen Fischernetzen zurückkehren. Man wird nie wieder etwas von ihm hören."

Nein - niemals! Die ewige Absicht Gottes im Leben von Petrus war dadurch nicht vereitelt worden. Ja, es stimmt – Petrus war schrecklich untreu. Doch Gott blieb treu. Er konnte sein Wesen nicht verleugnen!

Wären Sie zum Herrn gelaufen und hätten geklagt: Hast du nicht gehört, dass Petrus dich verflucht hat?", dann hätte er geantwortet: "Ja, Petrus hat mich im Stich gelassen. Doch ich kenne sein Herz. Er wird in ein paar Stunden darüber weinen. Er kommt zu mir zurück. Tatsache ist, dass er sogar auf dem Weg zu Pfingsten ist – zu einem Leben des Dienstes für mich!"
Egal was Sie durchgemacht haben, Gott schaut auf Ihr Herz! Wenn Sie einen zerknirschten Geist haben, wird er für Sie da sein. Seine ewige Absicht für Sie wird nicht vereitelt. Er wird Sie ans Ziel bringen!

Das führt mich zu Gottes Warnung:

Es gibt nur eine einzige Sache, die dazu führen kann, dass der Herr sich von Ihnen abwendet!

Nur eine einzige Sache kann Gottes wunderbare Absicht für Sie vereiteln – und das ist die Sünde des störrischen Stolzes! Wir sehen das im Leben von Saul. Die Bibel erzählt uns, dass Gottes Geist auf diesem Mann ruhte, von dem Tag an, als Samuel ihn die Straße entlang kommen sah. Gott hatte Saul berufen und Gott gebrauchte Saul.

Doch da gab es etwas in Saul, das bald an die Oberfläche kam – ein arroganter Stolz! Saul mochte seine Sünde nicht bekennen oder zugeben. Stattdessen beschuldigte er andere um seine eigenen Handlungen zu rechtfertigen. Ein gutes Image vor den Menschen zu bewahren war ihm wichtiger als das, was Gott von ihm hielt.

Das war der Unterschied zwischen David und Saul - Stolz! David sündigte genauso schlimm wie Saul – oder gar schlimmer. Schließlich hat Saul nie den Ehemann einer anderen Frau umgebracht.

Doch David tat schnell Buße über seine Sünde. Als Nathan ihn auf seine beschämende Tat hinwies, versuchte David nicht, sich zu rechtfertigen. Vielmehr rief er sofort aus: "Gott, nimm deinen Heiligen Geist nicht von mir! Alles was ich will, ist, dir zu gefallen. Ich will kein ichsüchtiges Leben führen. Ich weiß, dass ich dich im Stich gelassen habe. Doch bitte vergib mir und reinige mein Herz!"
Als Saul der Sünde überführt wurde, griff er nach Samuels Gewand und rief: “Nimm mir das Königreich nicht weg! Bitte, stelle dich auf meine Seite. Lass mich vor den Augen des Volkes nicht schlecht dastehen."

Saul hatte eine falsche Fassade. Er war mehr daran interessiert, was die Leute über ihn dachten als dass es ihn kümmerte, dass er den Heiligen Geist betrübt hatte!

Das ist Stolz – ein hochmütiger, unbeweglicher Geist, der Menschen immer zu Fall bringt! Doch ein zerbrochenes Herz, ein zerknirschter Geist, erreicht immer das Herz des Herrn. Es spielt keine Rolle was Sie durchgemacht haben oder wodurch Sie den allmächtigen Gott betrübt oder im Stich gelassen haben; wenn Sie wie Petrus sind und ihr Versagen zutiefst bereuen wird Gott zu Ihnen stehen. Er steht immer zu denen, die ein zerbrochenes Herz und einen zerknirschten Geist haben.

Kurz bevor ich diese Botschaft niedergeschrieben habe, habe ich gebetet: “Herr, mache mich zu einer Stimme für dich in diesen letzten Tagen. Ich weiß, dass ich nur dann eine Stimme für dich sein kann, wenn du mich fortlaufend veränderst. Ich kann nicht für dich sprechen bis die Dinge dieser Welt mir überhaupt nichts mehr bedeuten – bis ich das Abbild von Jesus Christus bin. Bitte, Herr, verändere mich."

Beim Beten fühlte ich mich so unzulänglich – so weit von dem entfernt, was Gott von mir möchte. Ich dachte: „Ich glaube nicht, dass ich es jemals schaffen werde. Ich werde niemals würdig genug sein."

Genau da gab mir Gott diese Botschaft! Er sagte: “Du hast Recht, David – du wirst nach deinem eigenen Standard und deinen eigenen Werken nie heilig genug sein. Doch gerade jetzt kommt es mir nicht so sehr darauf an, dass du irgendetwas Großes für mich tust. Ich möchte, dass du eines weißt. Ich bin jetzt, in diesem Moment, am Werk, mich an dir als treu zu erweisen, zu meinem ewigen Zweck. Und ich werde meine Absichten in deinem Leben zustande bringen!"

Der Herr tut das für jeden von uns! Er gebraucht die schwachen, dummen Dinge der Welt um seine Absichten zustande zu bringen. Wir alle lassen den Herrn im Stich; niemand in seiner Gemeinde ist vollkommen. Doch jedes Mal, wenn wir ihm untreu werden, bleibt er uns treu!

Darum wenden Sie den Blick ab von Ihrem Versagen und Ihren Schwächen und richten Sie ihn stattdessen auf Seine Treue. Er kann sich selbst nicht verleugnen. Er steht bis zum Äußersten treu zu seinem Wort – und er wird Sie durch all Ihre Kämpfe tragen! Halleluja!